AKTUELLES

Licht für Himmelfahrtskirche fördern!

Schon länger besteht der Wunsch, die Himmelfahrtskirche mit Scheinwerfern in der Nacht zu beleuchten. Im Augenblick prüft der Kirchengemeinderat die verschiedenen Möglichkeiten. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es doch einiges kosten wird.
Der Förderverein Himmelfahrtskirche will das Vorhaben finanziell unterstützen. Schön wäre es, wenn sich neue Mitglieder fänden, denen Erhalt und Beleuchtung der Kirche am Herzen liegen. Nähere Informationen zum Förderverein finden Sie auf der Homepage des Pfarramtes Asemwald-Schönberg.

Schönberg: Partnergemeinde des HoffnungsHauses Stuttgart

Im Leonhardsviertel wurde aus einer ehemaligen Animierbar ein gemütliches Begegnungscafé - sozusagen ein "erweitertes Wohnzimmer" für viele Prostituierte. Vielleicht wird es für einige von ihnen - so die große Hoffnung - zur Tür in ein neues Leben. Alle Kosten des Projektes "HoffnungsHaus Stuttgart" für Miete, Personal und täglichen Bedarf werden bislang ausschließlich aus Spenden finanziert. Die Kirchengemeinde Schönberg unterstützt diese Arbeit und wir freuen uns, wenn auch Sie sich mit einer Spende beteiligen.

Zu diesem Thema finden Sie die Rede von Kirchengemeinderätin Renée von Boehm-Bezing nach diesem Beitrag, in der sie Mut macht, die Heiligkeit unserer Körper wahrzunehmen (wir sind Tempel Gottes) und aus diesem Gedanken heraus die Unmöglichkeit käuflicher Liebe darstellt.

Mach’s aber kauf es nicht - Gib Prostitution keine Chance

Video zu diesem Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=rbp2OBlxFlQ

https://kirchenfernsehen.de/video/gewinnerbeitrag-thema-1-machs-aber-kauf-es-nicht/

Im letzten Sommer hatte ich einen regelmäßigen Termin, der mich durch das Bohnenviertel gehen ließ. Dort lief ich zwangsläufig an Prostituierten vorbei. Einige waren blutjung, gerade mal 18 Jahre, schätze ich, und ich musste an meine 16-jährige Tochter denken. So viel anders sahen sie nicht aus. Ich sah auch ältere Prostituierte im Viertel. Sie wirkten müde, ausgebrannt mit ihren ungefähr 25-30 Jahren. Ihre Haut hing an den Wangen, und sie trugen viel zu viel Make-up, um einen Hauch von Frische vorzutäuschen. Die allermeisten waren Ausländerinnen.

Der Anblick dieser Frauen führte dazu, dass ich mich erstmals intensiver mit dem Thema der Prostitution auseinandersetzte, und ich musste feststellen, dass ihre Situation schrecklich ist. Allein die Vorstellung, einen fremden Mann in der intimsten aller Beziehungen ausgeliefert zu sein, lässt mich erschauern.
Als ich mit Freunden darüber sprach, stieß ich oft genug auf merkwürdige Verständnislosigkeit. Zum Teil wurde das Problem verniedlicht: „Da kann man nichts machen. Es ist das älteste Gewerbe der Welt“, sagten sie. Andere meinten, eine Frau habe doch das Recht, mit ihrem Körper zu tun, was sie will. Auf die erste Aussage ist zu entgegnen, dass Falsches nicht dadurch richtig wird, wenn es nur lange genug falsch gemacht wird und niemand hinsieht. Seit wann lässt sich Ungerechtigkeit mit Tradition rechtfertigen? Eine direkte und politisch korrekte Antwort auf den zweiten Kommentar zu finden, ist schwierig, ohne Debatten über die Freiheiten der Frau auszulösen. Aber lassen Sie mich fragen: wie würden Sie reagieren, wenn ihre Schwester oder Tochter ankündigen würde, dass sie als Prostituierte arbeitet? Wie würden Sie reagieren, wenn sie ihr Tun damit rechtfertigt, dass sie ein Recht hat, mit ihrem Körper zu tun was sie will? Und wie würden Sie reagieren, wenn auch noch ihr Freund sie unterstützt sich zu prostituieren. Einer wissenschaftlichen Bestätigung bedarf es nicht. Wir wissen intuitiv, dass die Prostitution auf Menschen seelisch, sozial und auch physisch verheerende zerstörerische Wirkung hat. Und diese Tatsache lässt sich nicht wegdiskutieren.
Ich finde, dass die Prostitution immer noch den gleichen Status hat wie im Mittelalter. Damals wie heute kaufen Männer Sex, um jeglichem Anspruch auf Gegenseitigkeit und Verantwortung aus dem Weg zu gehen. Von der Prostituierten wird erwartet, dass sie für kurze Zeit zu einem bloßen Körper ohne Seele wird. Ist das menschenwürdig?
In Deutschland und Europa legen wir sehr viel Wert auf den Schutz der Bürger. Doch diese Frauen sind ohne Schutz. Mal für Mal müssen sie versuchen, ihre Gefühle auszuschalten, sie müssen versuchen, einen bloßen Stück Fleisch zu werden, und das hat verheerende Konsequenzen auf ihre Seele. Narben bleiben zurück. Wie können wir zulassen, dass Menschen ungeschützt einen Beruf ausüben (müssen), der sie seelisch, psychisch und oft physisch für immer schädigt. Und noch etwas, was machen Prostituierte eigentlich, wenn sie ihren Beruf nicht mehr ausüben möchten oder können? Heiraten? Kinder kriegen? Einer „normalen“ Arbeit nachgehen?
Das Schlimmste daran ist, dass all dies in der intimsten aller menschlichen Beziehungen stattfindet. Die meisten von uns wissen, wieviel Schutz wir in der Sexualität brauchen. Wir sind dort so verletzlich. Und gerade hier lassen wir zu, dass man Rechte abkaufen kann. Gerade hier, in diesem schmerzlich intimen Bereich, lassen wir zu, dass Menschen ohne Schutz sind.
Ich halte die Prostitution für eine zutiefst menschenunwürdige Tätigkeit – und die Menschenwürde sollte bei uns doch eigentlich geschützt oder gar unantastbar sein.
Deshalb fordere ich Sie auf, die Gesetze nochmals zu überdenken; Gesetze, die aktuell nicht die Frauen schützen, sondern Zuhälter und Bordelle, ja sogar den Sextourismus fördern. Durch die Lockerung der Gesetze haben wir nur erreicht, dass es einfacher ist, ein Bordell aufzumachen, als ein normales Unternehmen zu gründen. Das ist unfassbar! Ich finde, dass wir alles tun müssen, um diesen unmenschlichen Beruf auszurotten. Es geht hier nicht um Statistiken. Es geht nicht hier um die Frage, was Männer tun werden, wenn sie Sex nicht kaufen können. Es geht um die Würde des Menschen! In Norwegen und Schweden wird gegen die Nachfrage angegangen. Dort werden die Freier strafrechtlich verfolgt. Ich würde ein solches Gesetz in unserem Land begrüßen.
Gleichzeitig muss man Männer überzeugen, dass die Konsequenzen einer sexuellen Beziehung nicht mit Geld getilgt werden können. Das sollte zur moralischen Selbstverständlichkeit werden, genauso wie nicht stehlen und nicht morden. Ich schlage vor, eine Werbekampagne zu starten, die diese Botschaft in die Bevölkerung bringt. Seit der Kampagne gegen das Rauchen wissen wir, wie effektiv das sein kann. Die Kondomkampagne „Mach’s, aber mach’s mit“ hat die Hemmungen, in der Öffentlichkeit über sexuelle Praktiken zu sprechen, abgebaut. Ich bin überzeugt, dass eine Aufmerksamkeitskampagne gegen die Prostitution helfen wird, die Nachfrage nach gekauftem Sex zu reduzieren.
In diesem Sinne: Mach’s, aber kauf‘s nicht. Gib Prostitution keine Chance!

eingereicht am 28. April 2015 beim Wettbewerb “Kirche macht was aus deiner Idee“